Laubbaumschnitt
Sowohl bei großen als auch bei kleinen Schatten spendenden Bäumen gibt es beim Beschneiden einige Grundprinzipien, mit denen sichergestellt werden soll, dass die optimale Form erreicht wird und der Baum sich beim Wachsen nicht teilt oder bricht.
Lassen Sie den Baum unverändert, wenn Sie sich nicht sicher sind. Die meisten Laubbäume wachsen auch mit minimaler Beschneidung ziemlich gut. Sie wachsen schließlich auch gut in Wäldern, ohne dass sie überhaupt behandelt werden. Außerdem kann durch schlechtes Beschneiden das Gesamtwachstum beeinträchtigt und die Gesundheit eines Baums gefährdet werden.
Was Sie beim Laubbaumschnitt nicht tun sollten
Oft genug wird durch Fehler beim Beschneiden Schaden angerichtet, also sollte man über einige zu vermeidende Dinge informiert sein.
Kappen Sie nicht die Spitzen von Bäumen.
Laubbäume sollten nicht beschnitten werden, um sie zu verkleinern. Dies ist vielleicht bei ein paar immergrünen Bäumen möglich, aber bei Laubbäumen tun Sie sich damit keinen Gefallen und ruinieren wahrscheinlich die Gesamtform der Bäume. Beim Pflanzen sollten Sie einen Baum auswählen, der nur eine bestimmte Größe erreicht. Und wenn Sie bereits einen falsch eingesetzten und zu großen Baum haben, ist es möglicherweise besser, den Baum komplett zu entfernen und einen neuen zu pflanzen.
Übertreiben Sie es nicht mit dem Ehrgeiz. Wenn Äste beschnitten werden müssen, die ein Stück zu lang sind oder sich außerhalb der Reichweite eines Teleskop-Schneidewerkzeugs befinden (Fiskars®-Teleskop-Schneidgiraffen können bis auf ca. 4,10 m ausgefahren werden), sollte vielleicht professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Das kostet Sie vielleicht etwas mehr, aber Sie verringern damit auch Ihr Verletzungsrisiko.
Übertreiben Sie es nicht. Beschneiden ist eine Kunst. Nehmen Sie sich Zeit, und begutachten Sie immer wieder das Ergebnis Ihrer Arbeit. Viele Gärtner nehmen sich für das Beschneiden eines Baums ein oder zwei Tage Zeit, damit sie sich zunächst die Vorgehensweise und Schnitte überlegen und am zweiten Tag mit geschärftem Blick ihre Arbeit begutachten können.
Einfacher Baumschnitt
Bei einigen Schnittarten muss man nicht viel nachdenken. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie beginnen sollen, gehen Sie zunächst wie folgt vor:
Entfernen Sie zu tief hängende Zweige. Um kleine, neu gepflanzte Bäume brauchen Sie sich nicht zu kümmern, aber wenn sie wachsen, sollte es groß gewachsenen Personen möglich sein, unter ihnen zu gehen, ohne sich die Köpfe anzuschlagen. Dazu werden alle tief hängenden Äste bis auf das entsprechende Niveau abgeschnitten.
Entfernen Sie beschädigte oder abgestorbene Äste. Schneiden Sie abgestorbenes Holz heraus – irgendwann fällt es ohnehin ab, und es lockt nur Insekten in den Baum. Schneiden Sie auch gebrochene oder anderweitig beschädigte Äste ab. Auch sie ziehen Insekten und Erkrankungen an. Alle Schnitte sollten gerade und nicht unregelmäßig sein. Lassen Sie keine Stummel stehen, sondern schneiden Sie auf einer Ebene mit dem Stamm oder dem größeren Ast.
Beschneiden Sie auch Schösslinge und Wildtriebe. Dies sind schmale, fast unkrautartige Gewächse, die den gesamten Baum beeinträchtigen, wenn sie nicht behandelt werden. Schösslinge wachsen am Fuß des Baums oder aus den flachen größeren Wurzeln. Wildtriebe wachsen senkrecht an Ästen oder auch aus dem Hauptstamm. Beide wachsen sehr schnell, und es kann nötig sein, sie innerhalb einer Saison bis zu vier Mal zu entfernen. Je größer Sie sie wachsen lassen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie wieder auftreten.
Komplexeres Beschneiden
Wenn Sie die einfachen und offensichtlichen Schnitte durchgeführt haben, können Sie zu den Schnitten übergehen, die etwas mehr Überlegung erfordern.
Entfernen von Sekundärstämmen. Laubbäume sollten einen kräftigen Hauptstamm entwickeln. Manchmal wächst auch senkrecht ein großer Ast, der zum Hauptstamm in Konkurrenz tritt. Dieser sollte entfernt werden, damit die Gesamtform ansprechend bleibt. Außerdem neigt ein solcher Spross, wenn er zu einem großen Ast gewachsen ist, dazu, bei Eis oder starkem Wind abzubrechen, was den Baum teilen kann.
Beschneiden Sie sich behindernde Zweige. Zweige sollten sich nicht gegenseitig behindern, da sonst die Gefahr besteht, dass sie in die Borke einwachsen und Insekten oder Krankheiten mit sich bringen. Beschneiden Sie sie entsprechend so, dass Platz zwischen den Ästen entsteht.
Schneiden Sie tief abgewinkelte Äste mit schwachen Verbindungen ab. Große Zweige mit angebrochener oder auf andere Weise schwacher Verbindung zum Stamm oder zu einem anderen starken Ast sollten abgeschnitten werden, damit sie nicht abbrechen (und dabei ein großes Stück Borke abreißen), wenn es einen Sturm gibt oder ein Kind darauf tritt.
Entfernen Sie nach Bedarf größere Äste. Kleinere Äste mit einer Dicke von wenigen Zentimetern können einfach mit Astscheren abgeschnitten oder abgesägt werden. Beim Entfernen größerer Äste ist mehr Sorgfalt geboten.
Schneiden Sie den Ast in Teilstücken ab, wobei Sie am äußeren Ende des Astes beginnen. Es sollte ein Stumpf von etwa 30 bis 60 cm Länge bleiben.
Schneiden Sie dann den unteren Teil weg, um dafür zu sorgen, dass die Borke nicht abreißt, wenn der Ast fällt. Führen Sie den Schnitt leicht schräg nach außen entlang dem natürlichen Rand an der Ausgangsstelle des Astes. Dadurch kann die Schnittöffnung besser wieder zuwachsen. Sägen Sie dann von oben nach unten. Schneiden Sie erneut in einem leichten Winkel nach außen entlang der Astkrone.