Rosenschnitt
Praktisch alle Rosenarten müssen im Spätwinter oder zum Frühlingsanfang gründlich beschnitten werden, damit sie nicht überwachsen, gesund bleiben, gut blühen und insgesamt schön wachsen.
Gutes Beschneiden von Rosen ist eine Kunst, aber wenn ein paar Regeln beachtet werden, ist auch ein Anfänger durchaus dazu in der Lage. Das Grundprinzip beim Rosen Schneiden (außer bei Kletterpflanzen) besteht darin, das Wachstum auf regelmäßige Weise nach außen und oben zu lenken, wobei die Mitte des Rosenstrauchs offen bleibt, um Luftzirkulation zu ermöglichen und damit Krankheiten zu vermeiden und das Blütenwachstum zu optimieren.
Zeitpunkt zum des Rosenschnitts
Die meisten Rosensorten müssen einmal jährlich im Spätwinter oder zum Frühlingsanfang gründlich beschnitten werden, wenn ihr Wachstum gerade einsetzt. Dieses Wachstum erfolgt in Form roter Keime oder Sprösslinge, aus denen neue Blätter und Äste werden. Länger sollten Sie nicht warten, da dies schädlich für die Entwicklung der Blüten wäre.
Beachten Sie, dass Sie krankes oder abgestorbenes Holz (schwarz oder dunkelgrau) im ganzen Jahr schneiden können.
Der Unterschied zwischen neuem und altem Holz
Die meisten Strauchrosen wachsen an so genanntem neuen Holz, was bedeutet, dass sie an den frischen Zweigen blühen, die im laufenden Jahr gewachsen sind. Die meisten Rosensorten werden daher so stark zurück geschnitten, dass viele Sprösslinge und damit Blüten entstehen.
Einige alte Garten — oder Altrosen sowie manche Kletterrosenarten blühen auf altem Holz, das im vorigen Jahr gewachsen ist. Mit ihnen ist also größte Vorsicht geboten, da sich dieses Jahr keine Blüten bilden, wenn Sie dieses alte Holz beschneiden.
Auf neuem Holz blühende Rosen (also die meisten Rosensorten) sollten im Spätwinter oder zum Frühlingsanfang gründlich beschnitten werden. Auf altem Holz blühende Rosen sollten nach dem Blühen beschnitten werden, also normalerweise im Hochsommer, wodurch genug Zeit zum Wachsen des Holzes für das nächste Jahr bleibt.
Ist das verwirrend? Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie im Frühjahr gründlich zurückschneiden. Im schlimmsten Fall gibt es dann an dieser Pflanze im laufenden Jahr keine Blüten. Und wenn dies nicht der Fall ist, wissen Sie, dass die Rose wahrscheinlich auf altem Holz blüht und direkt nach dem Blühen beschnitten werden sollte.
Was sollte an Rosen beschnitten werden?
Die Entscheidung, was an einem Rosenstrauch beschnitten werden sollte, ist eine Kunst. Führen Sie in der angegebenen Reihenfolge die folgenden Schritte durch:
1) Schneiden Sie sämtliches abgestorbenes Holz heraus (dies ist schwarz). Wenn Sie hinein schneiden, werden Sie feststellen, dass der innere Bereich (auch als Mark bezeichnet) auch schwarz oder dunkelgrau ist. Cremegrüne Färbung bedeutet, dass Holz noch nicht abgestorben ist, auch wenn die Außenseite schwarz ist, solange das Mark weiß und fest ist.
2) Schneiden Sie Zweige heraus, die sich behindern, sich überschneiden oder beschädigt bzw. krank sind.
3) Bestimmen Sie drei bis sechs Stiele als „Stützen“. Diese Stiele sollten weder zu dünn — mindestens so dick wie ein Bleistift — noch zu breit und zu alt sein. Sie sollten aus der offenen Mitte nach außen neigen. Entfernen Sie dann alle weiteren dürren Sprösslinge am Strauch.
4) Schneiden Sie diese Stützstiele auf eine Höhe von 30 bis 90 cm, je nachdem, wie hoch Ihre Rose in diesem Jahr wachsen soll. Dies ist keine exakte Wissenschaft, aber es gilt die Regel, dass die Rosenstiele bis auf ein Fünftel der gewünschten Höhe der Rosensträucher geschnitten werden sollten. Machen Sie sich keine Sorgen um die Rosen. Wenn Sie mindestens ein kurzes Stück Stiel stehen lassen, ist das in Ordnung.
Hinweis: Setzen Sie den Schnitt an der Spitze des Stiels in einem Winkel von 45° und etwa einem halben Zentimeter über einen nach außen gerichteten Trieb an. So wird dafür gesorgt, dass das neue Wachstum nach außen und aufwärts gerichtet ist und eine gesunde und ansprechende Form entsteht.
Beschneiden von Kletterrosen
Kletterrosen werden anders behandelt als buschigere Rosen, und diese Behandlung richtet sich danach, ob sie zu einer von zwei Sorten gehören: Normale Kletterpflanzen oder Kletterpflanzen mit großen Blüten.
Kletterpflanzen haben normalerweise kleinere Blüten und wachsen sehr stark bis zu 60 cm pro Saison. Wenn Sie sie gar nicht beschneiden, wachsen sie sich in ein dorniges, chaotisches Gestrüpp aus.
Kletterpflanzen blühen nur einmal im Jahr an altem Holz, das in der vorhergehenden Saison gewachsen ist. Dies bedeutet, dass Sie die Stiele nach dem Blühen etwa 30 cm zurückschneiden sollten. Dadurch gibt es in diesem Jahr neues und schnelles Wachstum, und sie haben im nächsten Jahr viel Holz zum Blühen. Befestigen Sie diese neuen Schösslinge an einem Zaun oder einem Gitter, und richten Sie sie zum Wachsen nach oben und nach außen aus.
Kletterpflanzen mit großen Blüten wachsen schwächer. Im ersten Jahr müssen sie an dem Laubengang oder Gitter, an dem sie ranken sollen, nach oben angelegt werden. Binden Sie sie mit einem Faden oder Streifen fest. In manchen Fällen können auch die biegsamen Stiele eingebunden werden.
Die meisten Kletterpflanzen mit großen Blüten blühen auf neuem Holz, also müssen Sie im späten Winter oder zum Frühlingsanfang beschnitten werden, wenn Sie noch ruhen, oder genau dann, wenn die roten Triebe für neues Wachstum hervortreten. In ihren ersten zwei bis vier Jahren müssen sie jedoch gar nicht viel beschnitten werden, wenn man vom Entfernen abgestorbenen oder beschädigten Holzes absieht. Wenn die Rose wächst, beschneiden Sie sie wie erforderlich, um ihr Form zu geben und sie nicht zu hoch werden zu lassen.
Beschneiden von Rosen unter milden klimatischen Bedingungen
In den wärmeren Teilen der Welt, zum Beispiel am Mittelmeer oder an der Pazifikküste, muss beim Beschneiden von Rosen etwas anders vorgegangen werden. Da es dort keine strengen Winter gibt, die das Wachstum von Rosen eindämmen, müssen die Gärtner im Spätwinter immer entscheiden, wie viel der einzelnen Rosen zurück geschnitten werden soll.
Generell sollten Strauchrosen und vergleichbare Gewächse auf 60 bis 120 cm zurück geschnitten werden. Beschneiden Sie alte Gartenrosen, die auf altem Holz blühen, komplett und sorgfältig, wobei Sie einige der ältesten Stiele komplett abschneiden, damit sie nicht zu dünn werden.
Kletterpflanzen in warmem Klima entwickeln sich am besten, wenn sie waagerecht befestigt werden und alle Zweige etwa bis zu der Stelle zurück geschnitten werden, an der sie etwas dicker sind als ein Bleistift. Beschneiden Sie dann alle seitlichen Stiele, die geblüht haben, bis auf den niedrigstmöglichen Stiel mit fünf Blättern etwa 2,5 bis 5 cm vom Hauptstiel. Dadurch blüht der Stiel auf voller Länge und sieht wunderschön aus.
Der richtige Punkt für die Schnitte
Als Regel gilt, dass alle abgestorbenen und beschädigten Stiele (Zweige) entfernt werden sollten. Entfernen Sie dann alle sich behindernde Stiele. Bestimmen Sie ein paar dicke, starke und neue Äste für den Fortbestand, und schneiden Sie alle anderen weg.
Schneiden Sie schließlich diese verbleibenden Äste so zurück, dass eine starke Pflanze mit Stummeln übrig bleibt. Machen Sie diese letzten Schnitte jeweils ungefähr in einem Winkel von 45° direkt über einem nach außen gerichteten Blattkeim nach oben von der Mitte der Pflanze weg.